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Wir brauchen das Landestheater!

Die SPD-Fraktion in Meldorf hat sich seit Jahren immer wieder für den Erhalt des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters ausgesprochen. Auch in der aktuellen Situation, in der eine Mehrheit von Kreistagsabgeordneten aus CDU, FDP und UWD eine Kündigung des Kreises Dithmarschen als Gesellschafter des Landestheaters plant, haben wir uns für das Landestheater stark gemacht. Daher unterstützen wir den folgenden Appell von Uwe Peters.


"Wenn man die Bundesländer in der Reihenfolge ihres Beitrags zur Kulturnation Deutschland sortiert, landet Schleswig-Holstein nicht auf einem der vorderen Plätze, selbst dann nicht, wenn man die Beiträge auf die jeweilige Einwohnerzahl bezieht. Um so wichtiger ist es, die kulturellen Institutionen in unserem Land besonders zu pflegen.

Eine der wichtigsten Kulturinstitutionen ist das Landestheater Schleswig-Holstein. Es sorgt nicht nur mit seinen zahlreichen Spielstätten für eine kulturelle "Versorgung" auch außerhalb der großen Städte , sondern es steht mit seinen Sparten Schauspiel, Oper, Ballett und Puppentheater auch im künstlerischen Niveau nicht hinter den Häusern in den Metropolen zurück.

Getragen wird das Landestheater von einer Reihe von Kreisen und Kommunen, sowie vom Land Schleswig-Holstein. Wie alle Theater mit vergleichbarem Qualitätsanspruch kann es nicht allein von Eintrittsgeldern finanziert werden, sondern benötigt eine erhebliche öffentliche Förderung. Seit die öffentlichen Finanzen knapp geworden sind (praktisch seit der deutschen Wiedervereinigung), lebt das Landestheater, wie andere Kultureinrichtungen (Museen, Orchester usw.) auch, in der ständigen Gefahr, die öffentliche Förderung zu verlieren. Aktuell denken die Kreistage von Dithmarschen und Nordfriesland über eine Kündigung des Gesellschaftervertrages mit dem Landestheater nach.

Ein gern gebrauchtes Argument der Finanzpolitiker lautet: Die Zahl der Nutzer (Besucher) ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nicht sehr groß, damit bedeutet die Fördersumme eine unverhältnismäßig hohe Subventionierung jeder einzelnen Eintrittskarte. Diese Rechnung ist zwar nicht falsch, aber sie ist auch nicht vollständig. Die Kulturförderung ist nicht einfach ein Geschenk an die tatsächlichen Nutzer, sondern sie ist ein Instrument zur Erhaltung der Kulturnation. Ohne die Förderung müssten die Eintrittspreise so hoch sein, dass nur wirklich Begüterte sie sich noch leisten können. Damit wäre der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung von der Hochkultur ausgeschlossen und viele Kulturschaffende wären ohne Existenzmöglichkeit. So gesehen werden nicht die Besucher vom Staat subventioniert, sondern umgekehrt unterstützen die Besucher mit ihrem Eintrittsgeld die staatliche Aufgabe Kulturförderung.

Aus diesen Überlegungen ergibt sich der Appell an die Finanzpolitiker in Dithmarschen und Nordfriesland: Denkt bei aller Sorge um die öffentlichen Kassen auch an den kaum zu heilenden Flurschaden für die Westküste, wenn das Landestheater hier nicht mehr präsent wäre.

Aber auch für alle kulturell interessierten Einwohner ergibt sich ein Appell: Werden Sie Abonnenten des Landestheaters! Viele neue Abonnenten werden die Politiker mit Sicherheit mehr beeindrucken, als wohlfeile Demonstrationen und Leserbriefe. Bedenken Sie: Ein Abonnement ist nicht nur eine Ausgabe für das eigene Vergnügen, sondern es ist auch ein konkreter Beitrag zur Kulturförderung in unserem Land . Und wenn Sie befürchten, aus Termingründen nicht jede Abovorstellung selbst wahrnehmen zu können: Eintrittskarten sind auch wunderbare Geschenke, mit denen Sie im Glücksfall sogar neue Freunde für das Landestheater gewinnen können."