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Chance verpasst - Neubaugebiet ohne zukunftsweisendes Energiekonzept

Mit ihrer Mehrheit im Bau- und Umweltausschuss haben CDU/FDP und WMF ein zukunftsweisendes Energiekonzept für das Neubaugebiet westlich des Hemmgebietes verhindert.

Obwohl der Ausschussvorsitzende die Fraktionen in einer der letzten Sitzungen aufgefordert hatte, Vorschläge für eine nachhaltige und ökologische Entwicklung des geplanten Neubeugebietes zu entwickeln, hatte nur unsere SPD-Fraktion ein durchdachtes Positionspapier erarbeitet und dem Ausschuss als Empfehlung vorgelegt. Von den anderen Fraktionen Fehlanzeige. Sie konzentrierten sich in der Sitzung alleine darauf unsere Vorschläge abzublocken.

Offensichtlich ist bei der Mehrheit unserer Stadtvertreter noch nicht angekommen, dass wir mitten im Klimawandel stecken und jede einzelne Kommune aufgefordert ist, Maßnahmen zu ergreifen, um den CO˛-Ausstoss zu reduzieren. Forderungen, den Bauherren/-frauen auch die Möglichkeit zu eröffnen mit Öl oder Gas zu heizen, zeigt ein Denken, dass in den 90 Jahren hängengeblieben ist.

Die Entwicklung ist inzwischen so weit, dass Neubauten einen hohen Dämmstandard erfüllen müssen, und einen Teil der benötigten Wärme über nichtfossile Energien abdecken müssen. Technologien, wie Wärmepumpen, Pelletheizungen, Wärmerückgewinnung u.a. sind inzwischen so weit entwickelt, dass sie heute zu vergleichbaren Preisen eingebaut werden können. Vor diesem Hintergrund ist der Bau eines Gasnetzes der falsche Weg.

Unsere Empfehlungen, die unten abgedruckt sind, würde Meldorf zu einem Pionier für die Entwicklung eines Neubaugebietes machen. In den 90-er Jahren waren wir (auf Initiative der damaligen SPD-Fraktion) schon einmal deutlich mutiger. Das Ergebnis damals: Ein gutes Konzept im südlichen Hemmgebiet mit Nahwärme und Öko-Siedlung.

Wir wissen, es gibt viele gut gefüllte Fördertöpfe für eine nachhaltige Entwicklung. Leider verbaut die Mehrheit der CDU/FDP und WMF diese Möglichkeiten.

Die von uns vorgelegte Empfehlung können Sie hier lesen. Die fettgedruckten Passagen fanden keine Mehrheit.

Antrag für die nächste Bau- und Umweltausschusssitzung am 21. 02. 2017

Der Ausschuss möge beschließen folgende Punkte für die Erschließung des B-Plans 65 in den städtebaulichen Vertrag aufzunehmen:

Das Neubaugebiet sollte in drei Abschnitten von je ca. 20 bis 25 Plätzen erschlossen werden. Der jeweils nächste Schritt erfolgt erst nachdem etwa 80% der Plätze bebaut worden sind.

• Das Gebiet wird stark nach ökologischen und Energetischen Gesichtspunkten überplant. Als Vorbild könnte hierfür die Planung des südlichen Hemmgebietes aus dem Jahre 1994 dienen.
Im Einzelnen sollte eine energetische Optimierung erreicht werden.
o Durch einen entsprechenden Zuschnitt der Grundstücke kann eine optimale Sonnennutzung möglich werden.
o Ein Gas- oder Wärmenetz wird nicht verlegt. Den Eigentümern bleibt es überlassen eigene Energiekonzepte auf regenerativer Basis umzusetzen.
Ausgeschlossen sind Anlagen auf fossiler Basis.
o Für das B-Gebiet wird ein (Teil-)Wärmekonzept durch eine Fachfirma erstellt.

• Es werden für die Bauherren/-frauen Voraussetzungen für Schnellladestationen für Elektromobile und den Anschluss an ein Breitbandkabel geschaffen.

• Grünstreifen, wie jetzt schon am Hemmweg, führen zu einer Abgrenzung zu bestehenden Wohngebieten und bieten Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Insbesondere sollte dies im Bereich der nicht überbaubaren unterirdischen Pipeline ca. 30 m westlich der jetzigen Bebauung beachtet werden. Hier liegen auch zwei Biotope, die mit einbezogen werden müssen. Durch den Erhalt des offenen Grabensystems wird ein Biotopverbund geschaffen.

• Auf Grund der sehr guten Erfahrungen mit der schon bestehenden Ökosiedlung im Roten Sand, sollte auch in diesem B-Gebiet ein Teilbereich für baubiologisches Bauen ausgewiesen werden. Dieses kann auf 5 Jahre befristet werden.

• Genauso muss auch ein Teilbereich für verdichtetes Bauen eingeplant werden. So können hier Reihen-, und Mehrfamilienhäuser entstehen. Wünschenswert wäre es, dort auch die baulichen Voraussetzungen für sozialen Wohnungsbau zu schaffen.

• Die Straßen sollten als Spielstraßen gestaltet werden. Schwellen, wie im alten Hemmgebiet werden nicht eingebaut. Stattdessen können Pflanzinseln den Verkehr beruhigen.

• Um eine jahrelange Belastung der Anwohner des Hemmgebietes durch Baustellen-verkehr zu vermeiden, wird die Zufahrt über das bestehende Wohngebiet ausgeschlossen. Diese könnte stattdessen von der Hafenchaussee aus vor der Miele nach links einbiegen und den bestehenden Wirtschaftsweg folgend das westliche Hemmgebiet umgehen. Diese Zuwegung würde nach Fertigstellung als Rad- Wanderweg genutzt werden können.
Eine zweite Möglichkeit besteht in der Erschließung von Süden vom Südfall aus.
Hierbei wäre eine Erdverlegung der 110 kV-Leitung vom Umspannwerk unterirdisch nach Westen bis zur geplanten 380 kV-Leitung sinnvoll.


Horst-Walter Roth

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Autor: Roth -- 25.02.2017